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Meerschweinchen, liebenswürdige Tiere
Angefangen hat es mit Floh, unser Meerschweinmännchen. Ich ging in ein Zoofachgeschäft und schaute mir junge Schweinchen an. Man sagte mir dort, dass die Haltung eines einzelnen Meerschweinchens kein Problem sei. Aus einem Knäuel von Tierchen suchte ich mir dann Floh aus. Zuhause angelangt setzte ich ihn in ein Meerschweinchenkäfig, welches noch aus meiner Kindheit stammte. Damals waren die Schweinchen schon beliebte Haustiere. Ich gab mich sehr viel mit Floh ab und hatte wirklich sehr viel Freude an ihm. Mein Mann und ich waren erstaunt, welch vielseitiges Wesen so ein Tierchen hat. Trotzdem, uns war klar, dass Floh stundenlang alleine zuhause saß, ohne Unterhaltung, ohne Kumpel, ohne „Kollege“.
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Bei einem Besuch bei Frau Dr. Willberg im Biberacher Tierheim, sprach sie mich auf die Einzelhaltung an. Da die Tiere sehr gesellig sind, wäre eine Haltung zu zweit viel besser. Nachdem ich Floh sehr liebgewonnen hatte, wollte ich ihm auch eine artgerechte Haltung bieten. Wir ließen das Tierchen kastrieren und gaben ihm eine Dame, die „Rosine“. Ich hielt sie auf der Hand und Floh kam sofort an den Käfigrand gelaufen, streckte sich, beschnüffelte die Rosine und schleckte ihr das ganze Gesichtchen ab. Diese Geste habe ich später bei unseren Schweinchen nicht mehr gesehen.
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In der Zwischenzeit kam ich mit Frau Seidel, welche die Kleintierabteilung im Biberacher Tierheim unter sich hat, zusammen. Sie empfahl mir das Buch „Artgerechte Haltung- ein Grundrecht auch für Meerschweinchen“. Es war mir klar geworden, dass sich die Erkenntnis um die Meerschweinhaltung (und der Heimtierhaltung im allgemeinen) gegenüber meiner Kindheit zum Wohle der Tiere geändert hat. Ich verschlang das Buch. Nun wurde das völlig ungeeignete Käfig entsorgt, ein großes offenes kam her. Standort wie gehabt mitten im Wohnbereich. Mein Mann bastelte Holzhäuser. Es gab Steine, Stroh und alles Mögliche an Naturmaterialien zur Gestaltung des Käfigs. Unsere Schweinchen fühlten sich sichtbar wohler und wir uns auch.
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Ein Stachel saß allerdings noch. Den hatte mir allerdings Frau Seidel gesetzt. Eine Meerschweinchengruppe besteht idealerweise aus einem Böckchen und zwei Weibchen. In dieser Konstellation können die Schweinchen ihr ganzes soziales Verhalten ausleben. Zum Entsetzen meines Mannes und zur Freude von Floh und Rosinchen kam ich einige Monate später mit Flöckchen nach Hause, einer Meerschweindame aus dem Tierheim.
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Mein Mann behauptet ja, dass unser Meerschweinchenmännchen ein etwas arrogantes Gehabe an den Tag legt seitdem er zwei Frauen besitzt. Stimmt wohl!? Die Gruppe versteht sich gut. Die beiden Weibchen sind Freundinnen mit genau festgelegter Rangfolge...
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...und das Männchen ist der Chef der ganzen Gruppe.
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Fragen, Anregungen, Kritik:
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