Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V.

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DJ Seidel
erstellt am: 17.08.2002
aktualisiert am: 10.03.2012

Kater Cosimo

Oktober 2002

Vor gut drei Jahren haben wir unseren Kater Cosimo aus dem Tierheim Biberach geholt.
Wir waren in ein Häuschen mit Garten gezogen und konnten endlich wieder mit einer Katze zusammenleben.
Cosi, ehemals Carlo, war sehr heruntergekommen gefunden worden und erst drei Wochen im Heim. Zwei davon hatte er auf der Quarantänestation verbracht, wobei er sich den Ruf eines Schreihalses erwarb. Und dann eine Woche auf recht engem Raum mit recht vielen Artgenossen, die er eigentlich nur auf Abstand erträglich findet. Er muss sehr gelitten haben.

Aber das war uns noch nicht bekannt, als wir ihn aussuchten. Bei so zahlreichen Katzen nicht die einfachste Übung. Wir wussten, dass es ein Schmusetier sein sollte, kinderverträglich und kein Welpe. Wir blieben an Cosi hängen, weil er uns mit dem Köpfchen direkt in die Hand sprang, sich zutraulich auf den Rücken warf und auch vor meinem damals 5-jährigen Sohn keinerlei Angst zeigte. Außerdem hatte er dieses wunderbar weiche und seidige Streichelfell.

Bei uns zu Hause war er gleich daheim. Von Anfang an zeigte er sich gut erzogen. Cosi auf dem Tisch? Undenkbar! Außer vielleicht im absoluten Notfall :-)
Sogar das Sofa mussten wir ihm ausdrücklich anbieten. Im Bett schläft er auch heute nur ausnahmsweise. Er wollte bleiben, das war klar.
Schon nach drei Tagen wagte ich mit ihm einen Gang nach draußen, noch mit Halsbändchen und Leine, aber das war wirklich unnötig. Von da an drehten wir immer weitere Kreise, er brav dabei wie ein Hündchen, und so eroberte er sein neues Revier.
Nach wie vor ist er Chef im Ring, ein alter Haudegen und öfters kampfgezeichnet.

Mittlerweile lebt er nicht mehr alleine bei uns. So nach und nach hielten weitere drei Katzentiere bei uns Einzug, aber er hat sich gut damit arrangiert.
Die anderen respektieren seinen Wirkungskreis und in guten Augenblicken ist sogar die Couch nicht nur von Cosi belegt.

Leider leidet er seit über einem Jahr an scheußlichem Juckreiz.
Bauch und die Innenseiten der Vorder- und Hinterpfoten sind mal mehr, mal weniger kahl vom Putzen und ins Fell Beißen.
Ein Allergietest ergab Unverträglichkeit gegen Hausstaub- und Futtermilben sowie Flohspeichel. Eine Desensibilisierung ist von zweifelhaftem Erfolg (dafür schön teuer) und Cortison nur die letzte Möglichkeit.
So hoffen wir, dass die homöopathische Behandlung doch noch durchschlägt. Damit haben wir die bisher besten Ergebnisse, aber noch nicht gesiegt.

Cosi, unser Sorgenkind, aber auch Herzenskater. Er lehrte meinem Sohn die Katzensprache (Marian 1999: "Katzen sind sehr gefährliche Tiere!"  Marian 2002: "Cosi ist mein bester Katzenbruder!"), geht immer noch treu mit uns um den Block spazieren und begrüßt uns nach längerer Abwesenheit mit Nebelhornfreuden- geschrei. Wir genießen die Zeit, die wir gemeinsam haben, denn sein Alter (ca. sieben Jahre) kann man nur schätzen. Ein paar Zähne fehlen schon, manchmal steigt er ganz steif vom Sofa und wie es mit seinem akuten Krankheitsbild weitergeht, ist auch noch nicht klar.

Macht nichts - ein zufriedener Cosi entschädigt für alles!

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