Landestierschutzverband Baden-Württemberg e.V.

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DJ Seidel
erstellt am: 17.08.2002
aktualisiert am: 10.03.2012

Luca

Liebe Tierheimmitarbeiter,

mein Frauchen hat ja schon im Juni, als sie mich bei euch abgeholt hat, versprochen,
für mich an euch zu schreiben.
Ich habe mich hier gut eingelebt.
Ich bin auf dem Dorf zuhause.
Hier kann ich Ställe und Scheunen inspizieren, die vom Nachbarn ist so super.
Da gehe ich immer rein, wenn die Tür offen ist. Aber der macht die dann zu, bevor ich mit der genauen Untersuchung dort fertig bin.
Dann kommt Herrchen immer am nächsten Tag, weil die Dosis ohne mich nicht gut schlafen können, bringt den Nachbarn Kuchen, selbst gemachten Wein oder Likör und löst mich aus.
Mit meinen Katzenkumpels Homer und Maggie teile ich mir unseren Garten, die Terrasse mit Kratzbaum und die 4-Zimmer-Wohnung.
Unsere Dosis haben für uns jede Menge gemütliche Körbchen und Plätzchen und einen großen Kratzbaum im Flur eingerichtet.
Homer und Maggie waren erst nicht so begeistert, daß sie Mama und Papa mit mir teilen sollen. Erst haben sie mich immer angefaucht, aber ich bin so ein Lieber, bin immer ganz freundlich zu ihnen hin gegangen, und als die gemerkt haben, daß ich nicht freiwillig zu euch zurück gehe, haben sie mit der Faucherei aufgehört. Inzwischen spielen wir zusammen, im Bett von Frauchen und Herrchen teilen wir uns den Platz, ob die Dosis es noch bequem haben, ist uns allen ziemlich egal.

Homer und Maggie sind so mäkelig beim Essen, daß für mich immer genug übrig bleibt.
Frauchen hat schon gesagt, ich bekomme Diät.
Ich wiege fast 6 Kilo, aber sie will keine fette Katze (Kater).
Aber, wenn sie mir immer so leckere Sachen vorsetzt, kann ich doch nicht dafür.
Besonders gern esse ich frisch gekochtes Hühnerfleisch, am besten mit etwas Brühe; wenn Frauchen das kocht (für sich und mein Herrchen) bekomme ich immer ein bißchen ab.
Das allerbeste sind aber Eigelb oder ein wenig Kondensmilch, da vergesse ich alles andere und das gibt es auch nicht so oft.

Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist,
dass Herrchen von der Arbeit kommt und an dem doofen Computer sitzt.
Da helfe ich ihm dann immer beim Schreiben.
Wenn das nicht hilft, daß er mit mir spielt,
setz ich mich vor den Bildschirm, das hilft immer.

Im Moment ist es hier so richtig kalt. Da muß ich immer Frauchen hypnotisieren, damit sie mich in den Garten läßt. Im Sommer war das viel besser, da konnte ich raus und rein, wann immer ich wollte.
Hoffentlich ist der Winter bald vorbei. Das Gras ist zugeschneit, die Pflanzen von Frauchen schmecken zwar auch, aber dann schimpft die immer mit mir, das find ich nicht schön, da gehe ich immer unter den Tisch. Wenn sie mich streichelt, muß ich ihr die Finger ablecken, dann ist sie mir nie mehr böse. Und jeden Abend gibt es hier Leckerlis, die muß ich aber mit dem Homer teilen, die Maggie will zum Glück keine, sonst gäbe es ja noch weniger.

Weil Frauchen krank ist, sind wir jetzt auch nie mehr lange allein.
Vor ein paar Wochen waren unsere Dosis mal fast zwei Tage weg.
Da kam doch tatsächlich morgens und abends eine Tante, die uns vorher schon besucht hatte.
Die hat die Schüsseln in der Küche gefüllt und wollte sogar mit uns spielen.
Phh, da könnte ja jeder kommen.

Ich schicke euch noch ein paar Bilder von mir im neuen zu Hause und meine Dosis sind auch einverstanden, daß ihr die Bilder und den Brief anderen zeigt.

Jetzt wünsche ich euch allen ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in das neue Jahr und allen Tierheimtieren bald ein neues zu Hause.

Euer Luca (früher Ivory)

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